
Aktuelles Marktgeschehen – Iran Konflikt
Nach einem guten Börsenstart ins Jahr 2026 hat der Iran-Krieg die Märkte kräftig durchgeschüttelt. Obwohl politische Konflikte an den Börsen in der Regel „kurze Beine“ haben, hat die Sperrung der Strasse von Hormus die Ölpreise drastisch in die Höhe schnellen lassen. Steigende Ölpreise führen zu steigenden Konsumpreisen, was die Gefahr vor höheren Inflationsraten und damit auch wieder höheren Zinsen real werden lässt. Entsprechend haben Aktien- und Anleihennotierungen gelitten. Wie sich die Märkte in den nächsten Tagen bewegen, hängt leider stark von den Launen eines einzigen Mannes ab. Die Erholung der letzten Tage hat aber einmal mehr gezeigt, dass man sich an den Märkten nicht von den Emotionen leiten lassen darf. Klare Strategie, konsequente Umsetzung und Diversifikation sind auch in den aktuellen Gegebenheiten die wichtigsten Elemente an den Börsen. Taktisch kann die erhöhte Volatilität für Optionsstrategien genutzt werden.
Edelmetalle und Rohstoffe im Portfolio – Beginnt ein neuer Megatrend?
Im Newsletter vom Juli 2018 habe ich darauf hingewiesen, dass langfristige Investoren durchaus 5-10% des Anlagevermögens in Rohstoffe investieren sollten. Damals ist der Goldpreis auf unter 1200 USD/oz gefallen und man stellte sich eher die Frage, wieweit die Rohstoffpreise noch fallen könnten, da Edelmetalle ja keinen Ertrag abwerfen. Heute steht der Goldpreis bei rund 4’670 USD/oz und der Silberpreis bei 72 USD/oz. Noch im Januar und Februar dieses Jahres haben wir Höchststände beim Gold von über 5’400 USD/oz und beim Silber von über 116 USD/oz gesehen.
Nach Ausbruch des Iran-Krieges haben sämtliche Anlageklassen korrigiert. Gold wurde dem Nimbus des sicheren Hafens nicht gerecht. Höherer USD und höhere Öl-Preise haben die Inflations- und Zinserwartungen nach oben und damit den Gold-Preis nach unten getrieben. Ausserdem wird der Goldmarkt seit einigen Jahren vermehrt durch passive Anlage-instrumente wie ETF’s oder regelbasierte und gehebelte Strategien geprägt. Korrigieren die Aktien- und Anleihenmärkte kräftig nach unten, benötigen Marktakteure Liquidität und besorgen diese auch über Verkäufe von Goldanlagen.
Um die Frage zu beantworten, ob sich nach der deutlichen Korrektur nun ein günstiger Einstiegsmoment für Investitionen in Gold und Silber offenbart, lohnt sich der Blick auf den Goldmarkt generell: Jährlich werden rund 3’000-3’500 Tonnen Gold gefördert. Die jährliche Fördermenge konnte nur noch leicht gesteigert werden. Leicht zugängliche Lagerstätten sind langsam erschöpft und das Errichten von neuen Minen ist sehr kapitalintensiv, langwierig und auch ökologisch sowie politisch schwierig. Die jährliche Goldnachfrage im Jahr 2025 lag allerdings bei 5’000 Tonnen. Neben privaten Investoren waren vor allem Nationalbanken grosse Goldkäufer. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und einer vermehrten Entdollarisierung/Währungsdiversifikation erhöhen Nationalbanken ihre Goldreserven. Institutionelle Anleger halten nur sehr geringe Goldbestände von meist unter 2% (Quelle World Gold Council). Dies lässt darauf schliessen, dass die gesamte Goldnachfrage weiterhin hoch bleibt und damit das Golddefizit jährlich weiterwächst. Schon heute lässt sich feststellen, dass kaum mehr jemand bereit oder in der Lage ist, physisch Gold zu liefern. Dies wird wohl der Hauptgrund dafür sein, dass die meisten Analysten den Goldpreis wieder deutlich über 5’000 USD/oz sehen.
Obwohl der Silberpreis dem Goldpreis folgt, gibt es doch einige wichtige Unterschiede. Die Volatilität in Silber ist höher und bei Unsicherheiten sind die Ausflüsse aus Silber-ETF’s deutlich höher als bei Gold-ETF’s. Silber ist aber aufgrund seiner thermischen und elektrischen Leitfähigkeit sowie seiner antimikrobiellen Eigenschaften ein unverzichtbares Element in verschiedenen Schlüsseltechnologien. Die Nachfrage aus der Energiewende (Photovoltaik, Windräder usw.), aber auch aus der Kriegsmaterialindustrie wird weiter hoch bleiben oder sogar zunehmen. Bei der Silberförderung gilt dasselbe wie für die Goldförderung.
Die strukturellen Angebotsdefizite auch bei vielen kritischen Rohstoffen – unter anderem Kupfer, seltene Erden, Uran oder Lithium – machen den Blick auf Minengesellschaften interessant. Diese sind zwar bereits in den letzten Monaten markant gestiegen. Die hohen Rohstoffpreise lassen die Gewinne und Margen der Minengesellschaften aber weiter steigen und auf erhöhte Dividenden hoffen. Einige Analysten sehen den Beginn eines Megatrends, so dass sich Investments in Gesellschaften wie z.B. Barrick Mining, Newmont Mining, Glencore, Endeavour Mining, Uranium Energy oder dann in einen kostengünstigen ETF wie den iShares MSCI Global Metall & Mining auszahlen könnten.
